Ali Hassan Kuban

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May 23, 2003
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Ali Hassan Kuban
Ali Hassan Kuban © Martin W. Riedel

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From Nubia to Cairo

Nubien, das afrikanische Königreich zwischen dem heutigen Ägypten und dem Sudan, war die Heimat des Musikers Ali Hassan Kuban, der auf einzigartige Weise die jahrtausendealten nubischen Traditionen mit den modernen Einflüssen der westlichen Welt und seines Wohnortes Kairo verband. Ali Hassan Kuban starb im Juni 2001.
Ali Hassan Kuban hat es seit den fünfziger Jahren wie kein anderer verstanden, die nubische Musik zu modernisieren, die ländlichen Rhythmen dem Tempo der Millionenstadt Kairo anzupassen und am Leben zu erhalten. Er erweiterte die klassische Instrumentierung um modernes Equipment und bediente sich zudem stilistischer Elemente des internationalen Pop, Soul und Big-Band-Jazz. Seit seinem Europa-Debüt im Jahre 1989 auch hier sehr populär, vermitteln seine mitreißenden Auftritte mit verschiedenen Musikern einen faszinierenden Einblick in Vergangenheit und Gegenwart der über 5000 Jahre alten nubischen Kultur.

Als die ehemals bäuerlichen Fellachen vom nubischen Hinterland in die großen Städte Ägyptens gezogen waren, hatten sie auch ihre Feste und ihre Musik nach Kairo und Alexandria mitgenommen. Dort blieben sie allerdings nicht nur auf eine Subkultur beschränkt, sondern übten nachhaltigen Einfluss auf die ägyptische Musikszene aus. Und in den fünfziger Jahren gelangten zunehmend auch westliche kulturelle Einflüsse nach Kairo.

In dieser Zeit gründete Ali Hassan Kuban seine inzwischen legendäre eigene „Nubian Band“, die sowohl traditionelle folkloristische als auch moderne westliche Instrumente und Stilelemente einsetzte. Tief verwurzelt in der nubischen Geschichte, beeinflusst von der zeitgenössischen ägyptischen und sudanesischen Kultur ebenso wie von Jazz, afrokaribischen Rhythmen (durch die der Beiname Kuban zustande kam) und Soul im Stile James Browns, prägten Kuban und seine Band den neuen „Nubian Style“. Klassische arabische Instrumente verschmolzen mühelos mit Bläsersektionen, E-Gitarren und Keyboards zu einem authentischen und doch globalen Stil zwischen Tradition und Moderne. „From Nubia to Kairo“, die erste Aufnahme der Band, verkaufte sich in den achtziger Jahren als Kassette millionenfach im arabischen Raum und wurde später auch in westlichen Ländern erfolgreich.

In den neunziger Jahren folgten weitere Aufnahmen und ein erfolgreicher Start in Europa, wo Ali Hassan Kuban 1992 zum Weltmusiker des Jahres gewählt wurde.
Bis zu seinem Tod beschäftigte er an die 60 Musiker, die in bis zu sieben verschiedenen Formationen seine Idee weiterführten. Er selbst trat nach wie vor als Sänger und Bandleader mit seiner Gruppe bei Hochzeiten und religiösen Zeremonien auf, füllte Konzertsäle in und außerhalb seiner Heimat und seit seinem Hit „Maria Maria“ im Jahre 1995 auch die Discotheken.

Kurz nachdem sein letztes Album „The Real Nubian“ bei Piranha erschienen war, erlag Ali Hassan Kuban mit 72 Jahren am 27. Juni 2001 in seiner Heimatstadt Kairo einem Herzversagen.


Veranstaltungen im HKW:
24. Juli 1993
Vom Äquator zum Mittelmeer
Musikalische Nilreise
Ali Hassan Kuban & The Nubian Band feat. Setona Ali Adam
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt

Bio

1929 in Gotha, Ägypten, geboren, trat Ali Hassan Kuban bereits im frühen Kindesalter als klassischer nubischer Volkssänger auf den Nilfähren zwischen Aswan und dem Sudan auf. Ende der dreißiger Jahre siedelte die Familie nach Kairo über, wo Ali Hassan Kuban als Mitglied der „Nubian Boy Scout“ diverse Instrumente erlernte, darunter die Klarinette und die Tar. In den vierziger Jahren spielte er sowohl in nubischen Folklore- und den landestypischen Hochzeitsbands als auch als Klarinettist an der Oper von Kairo. In den fünfziger Jahren erweiterte er die traditionelle Instrumentierung der Hochzeitsorchester durch E-Gitarre und Keyboards, Bläser und afrokaribische Perkussion.

Die erste Kassettenaufnahme seiner Band in den achtziger Jahren wurde ein Millionen-Seller im ganzen arabischen Raum. Und nach einem Auftritt bei den Berliner Heimatklängen 1989 war auch sein internationaler Erfolg nicht aufzuhalten. In den neunziger Jahren erschienen mehrere Compilations seiner Musik für den westlichen Markt. Seine Konzert-Tourneen führten ihn bis nach Japan (WOMAD Japan 1994), Kanada (Jazzfestival Montreal 1994), aber auch nach Frankreich (MIDEM 1993) oder die USA (Summerstage New York, 1995) und immer wieder nach Europa.

Ali Hassan Kuban starb am 27. Juni 2001.

Works

The Real Nubian

Published Audio,
2001

Nubian Magic

Published Audio,
1995

Walk Like A Nubian

Published Audio,
1994

From Nubia To Cairo

Published Audio,
1980

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