Samta Benyahia

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Samta Ben Yahia
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March 22, 2005
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Article

Kunst überspannt Kulturen

Samta Benyahia wurde 1949 in Constantine/ Algerien geboren und lebt seit 1988 in Paris. In ihrem Werk, das meist aus orts-spezifischen Installationen besteht, thematisiert sie das Leben zwischen zwei Kulturen, der muslimisch geprägten in Algerien und der westlichen in Frankreich. Hierzu konfrontiert sie ornamentale Muster aus dem mozarabischen Raum mit modernen Elementen, Zeichen und Bauformen, die sich aus den jeweiligen Ausstellungskontexten ergeben. So entsteht ein antagonistisch angelegtes Werk, in dem sich Tradition und Moderne, Frieden und Krieg, Weiblichkeit und Männlichkeit gegenüberstehen.
Samta Benyahias Installationen setzen sich aus Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Objekten und bemalter Leinwand zusammen. Sie verbindet Räume von Gedächtnis und Reflexion im Rahmen narrativer, auf Gegensätzen aufbauender Strukturen durch ästhetische Mittel wie Außen und Innen, Licht und Schatten, Weibliches und Männliches.

Doch weder Ereignisse oder Fakten stehen im Zentrum ihrer Arbeiten noch direkte politische Stellungnahmen. Vielmehr spielt die Künstlerin auf ihre eigene Erfahrung als „zwischen den Welten lebende“ Immigrantin an und offenbart so allgemeine gesellschaftliche Zustände, die das Zusammenleben der Menschen bedrohen.

Benyahia greift seit ihrer Studienzeit auf ornamentale, symbolische Muster aus der Tradition des Maghreb zurück, die eine Art kodierten, über Jahrhunderte gesammelten Wissens darstellen. Diese in Architektur, Kleidung und als Tätowierungen verwendeten Schmuckformen (vor allem Rosette, Diamant), von der Künstlerin mit grafischen Mitteln oder einer Schablone auf Folien, Glas oder Wände aufgetragen, sollen nicht exotisch oder nostalgisch wirken, sondern neue Lesarten provozieren, die sich aus den jeweiligen Ausstellungsorten ergeben.

In den Arbeiten Benyahias kommt seit 1992, als Algerien am Rande eines Krieges stand, eine Art Schutzfigur vor: Die Fotografie einer Frau aus Aures, die einem familiären Fotoalbum entnommen ist. Sie gehört einem Volk an, das vor der arabischen Eroberung im heutigen Gebiet Algeriens lebte. Ihr unverschleiertes Gesicht wirkt zugleich ernst und feierlich, rätselhaft und abweisend, verhalten und von Leid geprägt. Diese Person im Zentrum von Benyahias Kompositionen gibt ihrem Werk ein Gesicht und belässt es doch im Spannungsfeld zwischen Individuum und Kollektiv.

Für die Ausstellung „Über Schönheit“ im Haus der Kulturen der Welt hat Samta Benyahia eine Auftragsarbeit geschaffen, die Kurator Wu Hung folgendermaßen charakterisiert: „Das Rosettenmotiv, Fatima genannt, ist bekannt aus andalusisch-arabischer Keramik und Architektur. Doch für Benyahia, eine algerisch-französische Künstlerin aus Constantine, besitzt dieses Motiv eine Bedeutung, die weit über die eines schmückenden oder stilistischen Elements hinausgeht. In der islamischen visuellen Kultur verkörpert es Weisheit und Schönheit; für die Künstlerin besitzt es zwei zusätzliche Bedeutungen, nämlich die eines multikulturellen Symbols der kosmischen Ordnung und universellen Harmonie sowie die einer Anspielung auf die ideale Weiblichkeit, auf die sich der Name „Fatima“ bezieht. Mit einer Fülle solcher Rosetten verwandelt Benyahia die hoch aufragende Glaswand im Foyer in eine gemusterte Trennwand, die Innen- und Außenraum zugleich trennt und verbindet. Wenn man die Rosetten ansieht, schaut man gleichzeitig hindurch. Mit Sanftheit und Ruhe verleibt sich die Trennwand selbst Zweiteilungen und Gegensätze ein …“ (in: Über Schönheit, Ausstellungskatalog, S. 33).
Author: Michael Nungesser

Bio

Samta Benyahia wurde 1949 in Constantine/ Algerien geboren und lebt in Paris. Sie schloss ihr Studium mit einem Diplom an der École nationale supérieure des arts Décoratifs ab und studierte dann D.E.A. Arts plastique an der Universität von Paris. Bis 1988 war sie Professorin an der École nationale supérieure des beaux-arts in Algier. Sie lebte und arbeitete 1996 als Gastkünstlerin in Schloss Waldhausen in Mainz/ Deutschland und in Art in General in New York/ USA, 2001-2002 in der Spacex Gallery in Exeter/ UK und 2004 in Le Lieu Unique in Nantes/ Frankreich.

Works

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (Auswahl)

Exhibition / Installation,
2005
1983 Musée national des beaux arts, Algier/ Algerien 1985 Jeunes créateurs de la méditerranée, Centre de la Vielle Charité, Marseille/ Frankreich 1986 2. Biennale, Havanna/ Kuba Algérie peinture des années 80, Centre national des arts plastiques (C.N.A.P.), Paris/ Frankreich Musée national des beaux-arts, Algier/ Algerien 1988 Biennale der Zeitgenössischen Kunst, Ankara/ Türkei Hommage à Picasso, Musée Picasso, Antibes/ Frankreich 1990 Festival international d’arts plastiques, Asilah/ Marokko 1991 Expressions-Femmes, Centre culturel français, Algier/ Algerien Galerie Brigitte March, Stuttgart/ Deutschland 1992 Centre culturel français, Tetuan/ Marokko Force Sight, Schloss Presteneck, Stein am Kocher/ Deutschland 1994 5. Biennale, Havanna/ Kuba 1995 Musée national des beaux-arts, Cotonou/ Benin 1996 Musée I.F.A.N., Dakar/ Senegal Musée national, Abidjan/ Elfenbeinküste La Laiterie, Centre européen de la jeune création, Straßburg/ Frankreich 1997 École régionale des beaux-arts, Besançon/ Frankreich Café de l´exil, Galerie Nikki Diana Marquardt, Paris/ Frankreich 1998 Musée d’histoire vivante, Montreuil/ Frankreich École des beaux-arts, Clermont-Ferrand/ Frankreich Parc départemental, La Courneuve Centre culturel départemental, Fort de France/ Martinique Maison des cultures du monde, Nantes/ Frankreich Sala Gemito, Neapel/ Italien Un nouveau paysage humain, 29. Rencontres internationale de la photo, Arles/ Frankreich 2000 "Passe à la maison. Visages de rencontres, Centre d’art moderne", Espace Mira Phalaina, Maison populaire, Montreuil/ Frankreich Paris pour escale, L’ ARC, Musée d’art moderne de la Ville de Paris, Paris/ Frankreich "Racines, pour que la vie continue ...", Musée Dauphinois, in Zusammenarbeit mit Magasin-Centre national d’art contemporain, Grenoble/ Frankreich 2001 10 familles 10 artistes + si afinité, FIAC, Paris/ Frankreich Récollection, Centre d’art sacré contemporaine, Pontmain/ Frankreich 2002 Geschichten aus 2002 Nächten, Galerie Brigitte March, Stuttgart/ Deutschland 2003 Voyages d’artistes, Espace EDF Electra, Paris/ Frankreich Veil. Veiling, Representation, and Contemporary Art, The New Art Gallery, Walsall/ UK; danach: Bluecoat Gallery und Open Eye Gallery, London/ UK; The Museum of Modern Art, Oxford/ UK (Wanderausstellung, organisiert vom Institute of International Visual Arts \inIVA) Le XXe siècle dans l´art algérien, Orangerie du Sénat, Paris/ Frankreich Château Borély, Marseille/ Frankreich Fantasías del harén y nuevas Sherezades, Centre de Cultura Contemporània, Barcelona/ Spanien Galerie Brigitte March, Stuttgart/ Deutschland Rites sacrés, rites profanes, 5. Rencontres de la Photographie Africaine de Bamako, Bamako/ Mali; danach: Centro de la Imagen, Mexiko-Stadt/ Mexiko Fault Lines. Contemporary African Art and Shifting Landscapes, 50. Biennale, Arsenal, Venedig/ Italien 2004 Oran-Algier-Constantine. Louzla Darabi, Nicole Guiraud, Samta Benyahia, Galerie Peter Herrmann, Berlin/ Deutschland Dak’Art, 6. Biennale der Zeitgenössischen Afrikanischen Kunst, Dakar/ Senegal Made in Africa Fotographia, Biennale der Afrikanischen Fotografie, Mailand/ Italien Béautés.Afriques@Nantes, Le Lieu Unique, Nantes/ Frankreich 1. Biennale, Lomé/ Togo

EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)

Exhibition / Installation,
2005
1986 Goethe Institut, Berlin/ Bundesrepublik Deutschland 1989 Centre genevois de gravure contemporaine, Genf/ Schweiz Fonds régional d’art contemporain, Bourgogne, Franche-Comté/ Frankreich 1991 Académie des beaux arts, Gent/ Belgien Centre culturel algérien, Paris/ Frankreich 1994 Galerie Barnoud, Dijon/ Frankreich Centre culturel français, Tetuan/ Marokko Centre culturel français, Algier/ Algerien 1995 École regionale des beaux-arts, Rennes/ Frankreich 1996 Institut français, Mainz/ Deutschland Schloss Waldhausen, Mainz/ Deutschland Nos rêves ne seront jamais aussi bleus que le ciel de notre enfance, Espace des arts, Colomiers/ Frankreich L´empreinte du désir, Art in General, New York/ USA 1997 De maison blanche à maison blanche, Institut français, Casablanca/ Marokko 1998 Samta Benyahia - histoire-géo, Centre d’arts plastiques, Saint-Fons/ Frankreich École nationale des beaux-arts et des arts appliqués à l’industrie, Bourges/ Frankreich "Inside Memory" (Ausstellungsreihe: "Das vielfache Echo"), Galerie Brigitte March, Stuttgart/ Deutschland Polygones étoilés, Galerie Barnoud, Dijon/ Frankreich 1999 Museum of Contemporary Art, Santa Fe, New Mexico/ USA Centre d’art contemporain, Mourenx, Frankreich 2000 Un regard pour une histoire, La Corte Arte Contemporanea, Florenz/ Italien 2001 Champ bleu, Galerie Barnoud, Dijon/ Frankreich Patterns, Spacex Gallery, Exeter/ UK \mit Zineb Sadira 2002 Le rez d’art, Médiathèque, Meyzieu/ Frankreich 2003 Made in Paris, Institute of International Visual Arts (inIVA), London/ UK Centre d’art passerelle, Brest/ Frankreich Musée d’art Roger Quilliot, Clermont-Ferrand/ Frankreich 2004 Le Lieu Unique, Nantes/ Frankreich 2005 Galerie der Stadt Tuttlingen/ Deutschland

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Über Schönheit

Ausstellung, Tanz, Workshops, Konferenz

(18 March 05 - 15 May 05)
images
Samta Benyahia
´La Lune est une femme (...)´ (working title), 200