Natacha Atlas

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May 16, 2003
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Natacha Atlas
Natacha Atlas © www.mantrarecordings.com/ artists/natacha_atlas/

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Natacha Atlas - Londons Club-Kleopatra

Das Zentrum der arabischen Popmusik ist Kairo. Den Sound dieser Stadt verbindet die Crossover-Künstlerin Natacha Atlas mit westlichen Club-Klängen und ist damit in Europa äußerst erfolgreich. Natacha Atlas wurde 1964 geboren, wuchs im marokkanischen Viertel Brüssels auf und zog als Teenager nach London. Heute lebt sie abwechselnd in London und ihrer Wahlheimat Kairo.
Natacha Atlas ist die im Westen bekannteste orientalische Sängerin und gilt als Aushängeschild der Ethno-Clubszene von London.
Geboren wurde die Tochter eines ägyptischen Vaters und einer englischen Mutter 1964 in Belgien, wo sie im marokkanischen Viertel von Brüssel aufwuchs. Bereits als kleines Mädchen lernte sie den Raqs Sharki, den so genannten Bauchtanz. Noch in Belgien trat sie in türkischen und arabischen Clubs auf und gab ein Gastspiel in der belgischen Salsa-Band "Mandanga". Dank ihres familiären Hintergrundes spricht Natacha Atlas von klein auf Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch.

Als Teenager zog Natacha Atlas nach England. Hier unternahm sie erste Schritte in die Londoner Club-Szene, wo Anfang der neunziger Jahre Musiker und Produzenten auf sie aufmerksam wurden. Der Dub-Produzent Jah Wobble, der damals gerade sein Multikulti-Projekt "Invaders of the Heart" zusammenstellte, engagierte Natacha Atlas für sein Album "Rising Above Bedlam" als orientalische Backgroundstimme. Zur gleichen Zeit sang sie in der Balearic Beat-Crew "!Loca!". Der gemeinsame Song "Timbal" wurde ein veritabler Clubhit und erschien auf einer Compilation des Londoner Multikulti-Experimental-Labels "Nation".

Über "Nation" stieß Natacha Atlas zu der Ethno-Techno-Formation "Transglobal Underground", als deren assoziiertes Mitglied und Sängerin sie sich einen Namen machen konnte. Während die beiden "Transglobal Underground"-DJs Tim Whelan und Hamid Mantu im Hintergrund an den Knöpfchen drehten, sorgte Natacha Atlas auf der Bühne für die Show.

1995 erschien ihr erstes Solo-Album "Diaspora", das zwar noch unter der Ägide ihrer "Transglobal Underground"-Mitstreiter entstand, aber stärker noch von nahöstlichen Rhythmen und Elementen wie der maghrebinischen Gnawa-Musik geprägt war. Mit ihrem zweiten Album begab Natacha Atlas sich tiefer in die Tradition der ägyptisch-arabischen Populärmusik. Hier orientierte sie sich stark an dem Vorbild des Sängers Abdel Halim Hafiz, der in den dreißiger Jahren als "Nachtigall vom Nil" verehrt wurde, und neben Farid El-Atrache und Umm Kalthum zu den größten Stars jener Zeit zählte.

Auf ihren folgenden Alben fand Natacha Atlas immer mehr zu einem ganz eigenen Stil, der tief in der arabisch-orientalischen Musik verwurzelt ist, aber stets den Anschluss an westliche Clubtrends wie Ambient, Dub und andere Dancefloor-Beats sucht. Ihr neuestes Album "Ayeshteni", das 2001 erschien, ist eine Hinwendung an den äygptischen Shaabi. "Es gibt einige Aspekte, die ich an der Shaabi-Musik sehr mag. Es ist eine Art von arabischer Protestmusik, die nicht politisch, höchstens philosophisch ist. Mehr wäre verboten gewesen. Auch musikalisch ist Shaabi eine Gratwanderung zwischen klassischer arabischer Musik, zwischen traditioneller Musik und anderen Einflüssen aus dem Mittelmeerraum, die vor etwa hundert Jahren nach Ägypten kamen. Daraus entwickelte sich Shaabi als eine Art moderner Popmusik, die seit gut zwanzig Jahren die verbreitetste Musik in Ägypten ist", erläutert Natacha Atlas in einem Interview (in: www.jazzthetik.de/article/988668000.html).

Um an ihrem musikalischen und sprachlichen Ausdruck zu arbeiten, zog sich die Sängerin mehrmals für längere Zeit nach Kairo zurück, dem Zentrum der arabischen Popmusik. Große Teile ihrer letzten Alben entstanden hier. Das macht Natacha Atlas zu einer außergewöhnlichen Grenzgängerin zwischen den Musikwelten.

Mit ihrer Mischung konnte sie besonders in Frankreich große Erfolge feiern, der Kontakt zur dortigen Musikszene ist über die Jahre hinweg intensiver geworden. Mit dem Rai-Sänger Cheb Mami und der Gruppe "Sawt El Atlas" hat Natacha Atlas bereits im Studio zusammengearbeitet. Mit Blick auf den französischen Markt enthielten ihre letzten beiden Alben auch Coverversionen französischer Stücke: auf "Gedida" ist der Françoise Hardy-Klassiker "Mon Amie La Rose" zu hören, auf "Ayeshteni" der Brel-Titel "Ne me quitte pas".


Veranstaltungen im HKW:
Freitag, 20. April 2001
Africa - In and Out
Natacha Atlas
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt
Author: Daniel Bax

Bio

Natacha Atlas wurde 1964 in Brüssel geboren. Die Tochter eines ägyptischen Vaters und einer englischen Mutter wuchs im marokkanischen Viertel der belgischen Hauptstadt auf und unternahm dort ihre ersten Schritte als Sängerin und Tänzerin.
Noch als Teenager zog sie nach London, wo sie Anschluss an die multiethnische Club- und Produzenten-Szene der Stadt fand. Ihre ersten Aufnahmen machte sie mit dem Dub-Produzenten Jah Wobble, der sie als orientalische Background-Stimme für sein Ethno-Album "Rising Above Bedlam" engagierte.

So wurden auch die beiden DJs Tim Whelan und Hamid Mantu auf die Sängerin aufmerksam, die sie in ihr ähnlich gelagertes Club-Projekt "Transglobal Underground" einspannten. Durch diese Formation festigte Natacha Atlas ihren Ruf, so dass sie 1995 mit ihrem ersten Solo-Album "Diaspora" offene Türen aufstieß. Auf "Diaspora" folgte "Halim", eine Hommage an Abdel Halim Hafiz, einen legendären ägyptischen Sänger der dreißiger Jahre, und 1999 "Gedida", das den Anschluss an den Sound der arabischen Hitschmiede Kairo, ihrer neuen Wahlheimat, suchte. Auf dieser Spur ist Natacha Atlas zuletzt auch mit "Ayestheni" geblieben, wobei ihre Bekanntheit in Europa, speziell in Frankreich, aber noch immer die im Nahen Osten übersteigt.


Works

Ana Hina

Published Audio,
2008
World Vill

Ana Hina

Published Audio,
2008

Mish Maoul

Published Audio,
2006

The Best of Natacha Atlas

Published Audio,
2005

Something Dangerous

Published Audio,
2003

Foretold in the Language of Dreams

Published Audio,
2002
mit dem Marc Eagleton Project

Ayeshteni

Published Audio,
2001
Mantra/PIAS/Connected 2001

The Remix-Collection

Published Audio,
2000
Mantra/Labels/Virgin France 2000

Gedida

Published Audio,
1999
Mantra/PIAS/Connected 1999

Halim

Published Audio,
1997
Mantra/PIAS/Connected 1997

Diaspora

Published Audio,
1995
Mantra/PIAS/Connected 1995

Www

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