Yûji Takahashi

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August 6, 2003
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Der Pianist und Komponist Yûji Takahashi, geboren 1938 in Tokio, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Avantgarde Japans. Erste musikalische Unterweisungen erhält Takahashi bereits im Elternhaus. Komposition studiert er bei M. Shibata (1916-1996) und R. Ogura (1916-1990), der eine ein wichtiger Vermittler westlicher Neuer Musik, der andere ein einflussreicher Vertreter des französischen Impressionismus und Neo-Klassizismus in Japan. Als Student an der Tôhô-Musikhochschule löst Takahashi mit seinen Ideen zur Komposition durch Orakelbefragung Befremden aus. 1960 hat er sein öffentliches Debüt als Pianist und erregt ein Jahr später Aufmerksamkeit durch die Präsentation von zeitgenössischer Musik in Radiosendungen. Die Bekanntschaft mit I. Xenakis (1922-2001), der ihm 1961 sein Werk „Herma“ widmet, beeinflusst Takahashi ebenso nachhaltig wie T. Ichiyanagi (geb. 1933), der ihn mit der amerikanischen Avantgarde, mit J. Cage und mit der Fluxus-Bewegung bekannt macht. Mit Ichiyanagi gründet er 1962 die Gruppe „New Directions“. Im selben Jahr wird seine erste eigene Komposition „Phonogène“ für zwölf Spieler und elektronische Klänge aufgeführt. Mathematische Methoden, Zufallsoperationen sowie der Einsatz des Computers kennzeichnen auch in der Folgezeit Takahashis Werke. Zur dritten wichtigen Inspirationsquelle wird T. Takemitsu (1930-1996), dem Takahashi drei Jahre lang bei seinen Filmmusiken assistiert. 1963 kommt Takahashi als DAAD-Stipendiat nach Berlin. Er lernt E. Carter und F. Rzewski kennen und wird der zu jener Zeit einzige Kompositionsschüler von Xenakis. Seine Werke aus dieser Zeit („Chromamorphe I/II“, „6 Stoicheia“ u.a.) sind davon stark geprägt. Während des Europa-Aufenthalts (bis 1966) wirkt Takahashi vor allem als gefragter Interpret für Neue Klaviermusik sowie als Mitglied von Gruppen wie „Domaine Musicale“ (Paris) und „Vierkingen“ (Stockholm). Sein Interesse an computergestützten Kompositionsprogrammen führt ihn 1966 in die USA. Er besucht die jährlichen Kurse in Tanglewood und übernimmt 1971 einen Lehrauftrag an der Indiana University. 1972 kehrt Takahashi nach Japan zurück und gründet zusammen mit Takemitsu die Gruppe „tranSonic“, die neue Möglichkeiten der Komposition in Theorie und Praxis zu ergründen sucht und dazu auch eine Zeitschrift gleichen Titels herausgibt. Als Quellen werden die Musiktraditionen in Ostasien wieder stärker ins Blickfeld gerückt. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre entwickelt Takahashi ein ausgesprochen sozialpolitisches Engagement mit dezidiert linken Positionen, die ihn zeitweise zum Außenseiter werden lassen. 1978-1983 widmet er sich seinem Ensemble „Suigyo“ (Wasserbüffel), das vor allem Protestlieder zur Aufführung bringt. Sein Klavierstück „Kwang-ju, May 1980“ ist eine musikalische Anklage des Massakers in der südkoreanischen Stadt Kwangju. In den achtziger und neunziger Jahren wird Takahashis musikalische Sprache zunehmend transparenter. Er schreibt überwiegend für kleine Besetzungen, wobei immer häufiger traditionelle japanische Instrumente wie die Wölbbrettzither koto in den Mittelpunkt rücken. Takahashi ist fasziniert von dem andersartigen Musiksystem mit offenen Formen, der Klangfarbe als zentralem Ausdrucksmedium sowie einem engen Zusammenhang zwischen der Kinetik der Spielprozesse und den resultierenden Klangformeln. Darüber reflektiert Takahashi auch in zahlreichen Schriften. Seit 1995 beginnt die Kooperation mit dem Dichter S. Fujii, mit dem er 2000 das vokale Theater-Stück „Doro no umi“ (The Sea of Mud) auf die Bühne bringt. 2002 kehrt Takahashi zum Computer zurück, den er auch bei seinem jüngsten Projekt einsetzt: das Tanztheater-Stück „Kafka III“ auf Texte von F. Kafka, dessen Uraufführung für Juni 2003 im Theater Tram in Tokio geplant ist.
Author: Heinz-Dieter Reese

Works

Goldberg Variations

Published Audio,
2009
Japan (Megaphon)

Debussy: Piano Works, Images, Preludes Book 1 & 2, Arabesques

Published Audio,
2009
Denon

Songbook: Boku Wa Juunisai

Published Audio,
2006
Sony Music Distribution

Klaviermusik Vol.1

Published Audio,
2000
Denon (Denon)

Piano Works

Published Audio,
1998
Denon Records

John Cage: Sonatas & Interludes for prepared piano

Published Audio,
1997
FYLKINGEN RECORDS

Finger Light

Published Audio,
1996
Tzadik Records

Satie:Piano Music Vol. 2

Published Audio,
1992
Denon/Savoy Records

Cage:Sonatas/Interludes

Published Audio,
1992
Denon (Denon)

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

transonic 2003

new sound experience

(10 January 03 - 30 January 03)

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